Herausragende Exponate in der Schatzkammer

Das wohl auffälligste Ausstellungsstück inmitten des Raumes ist der so genannte "Otto-Mantel". Die wenigen im Besitz des Domkapitels verbliebenen Gewänder wurden den für die Bistumsgeschichte wichtigen Personen zugeschrieben. Ein Teil des Gewandes stammt tatsächlich aus dem 10. Jahrhundert. 
Der kostbare Seidensamit der Kasel kommt vermutlich aus Byzanz, zu erkennen am filigranen Ritzmuster in dem breiten Saumstreifen. Mit dem Einsetzen der Goldborten in einer Kreuzform wurde das Gewand im 12. Jahrhundert zu einer Glockenkasel umgearbeitet. Ursprünglich könnte dieses Kleidungsstück als Obergewand des Priesters zur Messfeier und später als Chormantel gedient haben. 

Die Altarflügel mit den vier Erzengeln und den lateinischen Kirchenvätern sind eine besondere Leihgabe der Familie von Bose und der Evangelischen Kirchgemeinde Frankleben. Der Altar, der zum ursprünglichen Bestand des Merseburger Doms gehört, war eine Stiftung der Familie von Bose. Nach der Reformation wurde er in Familienbesitz zurückgegeben und 2008 für den Domschatz wieder zur Verfügung gestellt. 
 Die inneren Flügel zeigen die Kirchenväter Augustinus mit dem Herz, Papst Gregor den Großen und Hieronymus mit dem Löwen. Dazwischen befindet sich der Begründer des Benediktinerordens Benedikt von Nursia. 
Auf den Außenseiten der Altarflügel sind die vier Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel zu sehen. 

Darüber hinaus sind in der Schatzkammer weitere eindrucksvolle Exponate vorhanden: die sogenannte Hand Rudolphs von Schwaben, liturgische Geräte sowie wertvolle Altarretabel aus dem Bestand des Merseburger Doms, wie z.B. das Flügelretabel mit der Gregorsmesse (16. Jahrundert) oder mit der Muttergottes Hodegetria. 

Bei Ihrem Rundgang durch den Merseburger Domschatz vermittelt Ihnen unser Audioguide viele wertvolle Informationen.