Barocke Bestattungskultur der Wettiner

Die Fürstengruft des Merseburger Doms gehört zu den herausragenden Denkmalen barocker Bestattungskultur. Die wettinische Sekundogenitur Sachsen-Merseburg nutzte seit ihrer Einrichtung 1657 den Merseburger Dom als Hofkirche. Herzog Christian I. zu Sachsen-Merseburg ließ 1670 das Begräbnis seines Hauses auf der Ostseite des Merseburger Doms einrichten. 

Die Gruft besteht aus ursprünglich drei unterschiedlichen Räumen, welche zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet wurden. Der Eingang zur Fürstengruft wurde mit einem prächtigen Portal geschmückt. Das über dem Portal angebrachte Gemälde zeigt die herzogliche Familie bei der Grabtragung Christi. Herzog Christian I. und seine Frau Christiana aus dem Hause Holstein-Glücksburg sind hier mit vier Prinzen und drei Prinzessinnen dargestellt.

Die Fürstengruft birgt 37 Särge: 20 Kindersärge, 10 Frauen- und 7 Männersärge. Sie sind aus den Materialien Blei, Zinn, Holz oder Blei-Zinn-Legierungen zusammengesetzt. Bei einem Einbruch wurden in den achtziger Jahren zahlreiche Särge stark beschädigt. Wappen, Inschriften und Bandelwerk auf den Särgen konnten jedoch zum Teil erhalten und aufwendig restauriert werden. Die wertvollsten Särge sind sicherlich die des Herzogs Christian I. und seiner Gemahlin Christiane mit geschwungenen Formen. Außer ihnen wurden sein Sohn Christian II., dessen Söhne Christian Moritz und Moritz Wilhelm und weitere Personen beigesetzt.

Die Fürstengruft kann im Rahmen von kurzen Führungen besichtigt werden. Diese finden jeden letzten Sonntag im Monat statt. Information und Anmeldung beim Besucherservice.