Heinrich II.

König Heinrich II. und seine Frau Kunigunde genießen in Merseburg besondere Verehrung. Auf ihr Betreiben erstand im Jahr 1004 das bereits 981 aufgelöste Bistum Merseburg neu und wurde umfangreich durch Schenkungen ausgestattet.

Bis weit in die Reformationszeit hinein wurde das Kaiserpaar mit Altären, Stiftungen und Messen verehrt. Heinrich II. war 995 nach dem Tod seines Vaters Herzog von Bayern geworden. Über seinen Großvater gehörte er dem sächsischen Kaiserhaus an. Nach dem Tode Ottos III. wählten ihn die Großen des Reiches zum König. In Paderborn erhielt Heinrich II. die Krönung. Seine Regierungszeit ist von einer starken Hinwendung zu geistlichen Dingen geprägt, dafür steht neben der Wiederbegründung des Bistums Merseburg vor allem die Gründung des Bistums Bamberg 1007. Ferner unterstützte er die vom Kloster Cluny ausgehenden kirchlichen Reformen. Gemeinsam mit seiner Frau Kunigunde, aus dem Hause Lützelburg, wurde Heinrich II. 1014 in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt.

Merseburg darf für sich beanspruchen, am häufigsten durch den König besucht worden zu sein. Seine Grablege wählte Heinrich II. jedoch in dem von ihm begründeten Bamberger Dom. Der Merseburger Bischof Thietmar, ein Zeitgenosse Heinrichs II., hat dem König in seiner Chronik ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Sie zählt zu den wichtigsten Quellen für das Leben Heinrichs II. Der Kaiser starb 1024. 1146 wurde Heinrich II., dessen Ehe mit Kunigunde kinderlos geblieben war, heilig gesprochen. Kunigunde wurde 1200 durch den Papst heilig gesprochen. Noch heute erinnern im Merseburger Dom zahlreiche Darstellungen an die Verehrung des heiligen Kaiserpaares im Mittelalter. Hervorzuheben ist der Heinrichsaltar von Lucas Cranach d. Ä. (1535/1537), der heute in der Michaeliskapelle gezeigt wird.

2015 waren der Merseburger Dom sowie das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg Schauplatz der großen Sonderausstellung "1000 Jahre Kaiserdom Merseburg", die sich dem Wirken Heinrichs II. sowie des Kaiserdoms zu dieser Zeit gewidmet hat (mehr erfahren unter www.merseburg2015.de).