Zaubersprüche und Welt der Klänge – Willkommen im Merseburger Dom!

Der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius zählt aufgrund seiner Ausstattung zu den herausragenden Baudenkmälern an der „Straße der Romanik“. Von der großen mittelalterlichen Bedeutung der einstigen Pfalz- und Bischofsstadt kündet noch heute das eindrucksvolle Ensemble von Dom und Schloss Merseburg. Die in Dom und Domschatz präsentierten Altarretabel, Skulpturen, Epitaphe, Gemälde und Handschriften, darunter die berühmten Merseburger Zaubersprüche sind von besonderer kulturgeschichtlicher Bedeutung. Ein Klangerlebnis der besonderen Art bietet die romantische Ladegastorgel.

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Foto: Bistum Magdeburg/Fotograf S. Lehmann

Gott.Macht.Zukunft - Wanderausstellung für kurze Zeit im Merseburger Dom

Noch bis 28. April 2019 ist im Merseburger Dom die vom Bistum Magdeburg ins Leben gerufene Wanderausstellung "Gott.Macht.Zukunft“ zu sehen. Sie wurde im Dezember in Magdeburg eröffnet und zieht seitdem durch das Land.

Prof. Dr. Harald Schwillus, der katholische Religionspädagogik an der Martin-Luther-Universität lehrt, entwickelte das Konzept.
Anlass der Ausstellung ist die Gründung des Erzbistums Magdeburg vor 1050 Jahren. Sie stellt auf acht Tafeln große Persönlichkeiten der Kirchengeschichte vor und beleuchtet die historischen Entwicklungen bis hinein in die Gegenwart. Als wichtiger europäischer Dreh- und Angelpunkt kam Magdeburg zur Zeit des Ottonischen Reiches eine besondere Bedeutung zu. Religiöse und kirchliche Institutionen im Erzbistum Magdeburg sowie seiner Nachfolgegebiete besitzen Ausstrahlung bis in die heutige Zeit. Diese Botschaft wird mit der Tafelausstellung unter die Menschen gebracht. Zwei Vitrinen mit persönlich ausgewählten Objekten von Bischof Dr. Gerhard Feige und Landesbischöfin Ilse Junkermann ergänzen die Tafeln.

„Die Ausstellung zeigt, dass der christliche Glaube nicht nur Vergangenheit ist, sondern auch eine Bedeutung für das heutige Leben der Menschen hat“, äußerte sich Bischof Dr. Gerhard Feige im November in Magdeburg. „Unzählige Klöster und Pfarreien entstanden damals, Romanik und Gotik prägen die Landschaft bis heute als Stein gewordene Zeugen des Glaubens. Von hier wurde das Magdeburger Stadtrecht zum Vorbild für das Recht vieler Städte bis nach Osteuropa hinein. Zugleich lebten hier große Persönlichkeiten, die schon bald als Heilige verehrt wurden. Dazu gehören zum Beispiel auch so bedeutende Frauen wie die mittelalterlichen Mystikerinnen Gertrud von Helfta, Mechthild von Hackeborn und Mechthild von Magdeburg sowie Jutta von Sangerhausen oder Königin Mathilde“, so Bischof Feige weiter.

Anschließend an die Präsentation im Merseburger Dom wird sie ab 01.05.2019 in der Stadtkirche Querfurt zu sehen sein, bevor sie in den Zeitzer Dom weiterwandert.

Mit der Ausstellung leisten die Vereinigten Domstifter einen Beitrag zum Korrespondenzortprojekt „Königsorte. Auf den Spuren Heinrichs I. in Sachsen-Anhalt“, das vom Zentrum für Mittelalterforschungen (ZMA) anlässlich des 1.100-jährigen Jubiläums der Königskrönung Heinrichs I. ins Leben gerufen wurde. Der Merseburger Dom, dessen Grundsteinlegung im Jahr 1015 erfolgte, weist vielfältige Bezüge zu den ottonischen Herrschern auf. Das prädestiniert ihn nahezu von selbst als Korrespondenzort der Quedlinburger Ausstellungen „919 – Plötzlich König – Heinrich I. in Quedlinburg“ im Schlossmuseum sowie „Am Anfang war das Grab“ in der Stiftskirche, beide vom 15.05.2019 bis 20.02.2020 zu erleben.

200 Jahre Friedrich Ladegast

2018 wäre Friedrich Ladegast 200 Jahre alt geworden, würden die Menschen eine so hohe Lebenserwartung besitzen. Dieses Jubiläum ist willkommene Gelegenheit für zahlreiche Konzerte - insbesondere auf der berühmten und wohl klangschönsten romantischen Orgeln Mitteldeutschlands - der Merseburger Ladegastorgel.

Der berühmte Urwaldarzt Albert Schweitzer hielt "Ladegast für den bedeutendsten Orgelbauer Deutschlands nach Silbermann...". Die Bedeutung der Merseburger Orgel für die Konzertlandschaft ist unbestritten. Insbesondere bei den jährlich im September stattfindenden Merseburger Orgeltagen kann man sie in ihrer vollen Schönheit erklingen hören.

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