Zaubersprüche und Welt der Klänge – Willkommen im Merseburger Dom!

Der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius zählt aufgrund seiner Ausstattung zu den herausragenden Baudenkmälern an der „Straße der Romanik“. Von der großen mittelalterlichen Bedeutung der einstigen Pfalz- und Bischofsstadt kündet noch heute das eindrucksvolle Ensemble von Dom und Schloss Merseburg. Die in Dom und Domschatz präsentierten Altarretabel, Skulpturen, Epitaphe, Gemälde und Handschriften, darunter die berühmten Merseburger Zaubersprüche sind von besonderer kulturgeschichtlicher Bedeutung. Ein Klangerlebnis der besonderen Art bietet die romantische Ladegastorgel.

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Trauer um Domherr Arno Sames

Am Neujahrstag verstarb unser Domherr Prof. Dr. Arno Sames nach kurzer und schwerer Krankheit. Wir erinnern uns in großer Dankbarkeit seines siebzehnjährigen Wirkens als Mitglied des Domkapitels der Vereinigten Domstifter.

2001 wurde Arno Sames in das Domkapitel berufen und unterstützte seitdem die Aktivitäten der Stiftung. Vor allem in theologischen Fragen war er ein wichtiger Berater. Sein „geistliches Wort“ zu Beginn vieler Kapitelsitzungen, mit dem Domherr Sames auf die jeweilige Tagesordnung einstimmte, wird allen Kapitelmitgliedern in Erinnerung bleiben. Von März bis November 2013 nahm er zusätzlich die verantwortungsvolle Aufgabe des Seniors (Stellvertreter des Dechanten) wahr.

Für den Standort Merseburg engagierte sich Arno Sames in besonderer Weise: Bei zahlreichen Immatrikulationen und Zeugnisausgaben des Merseburger Domgymnasiums trat er vor Schüler, Eltern und Lehrer und machte sie mit den Aufgaben der Vereinigten Domstifter vertraut. Darüber hinaus war er ein gefragter Berater bei den großen Ausstellungsvorhaben der Vereinigten Domstifter in Merseburg, Naumburg und Zeitz. Die Verbindung zum Merseburger Dom und auch zum Glauben zu schaffen, war ihm ein wichtiges Anliegen.
Als Kirchengeschichtler sah er „in seiner Zugehörigkeit zum Domkapitel die besondere Aufgabe darin, die altehrwürdigen Tradition der Domstifter, die in frommen Stiftungen unserer Vorfahren wurzeln, in ihrer Entwicklung und in ihren Wandlungsprozessen durch die Zeit zu verfolgen und in Übereinstimmung mit ihrem Stiftungszweck für die Gegenwart nutzbar zu machen.“

Prof. em. Dr. theol. habil. Arno Sames wurde 1937 in Zechin (Oderbruch) geboren. Er war mit Hildegunde Sames verheiratet und hat vier Kinder. Seit 1945 lebte die Familie in Schönebeck (Elbe), wo er auch 1955 das Abitur ablegte. Nach dem Theologiestudium in Rostock und Halle (Saale) arbeitete er bis zu seiner Promotion 1968 an der Theologischen Fakultät, legte 1970 das 2. theologische Examen vor der Kirchenleitung in Magdeburg ab und wurde ordiniert. Von 1970 bis 1977 war er Pfarrer an der Laurentiuskirche in Halle (Saale). Danach kehrte er an die Universität zurück, habilitierte sich 1983 für das Fach Kirchen- und Dogmengeschichte und arbeitete von 1984 bis zu seiner Emeritierung 2002 als Dozent und ab 1990 als Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität in Halle.
Professor Sames war von 1980 bis 2009 Mitglied der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus, war Gründungsmitglied des Vereins für Kirchengeschichte der Kirchenprovinz Sachsen und von 2003 bis 2009 ihr Vorsitzender. Ab 1990 gehörte er der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt an. Auch für den Verein der Freunde und Förderer der Vereinigten Domstifter e.V. engagierte sich Domherr Sames.

200 Jahre Friedrich Ladegast

2018 wäre Friedrich Ladegast 200 Jahre alt geworden, würden die Menschen eine so hohe Lebenserwartung besitzen. Dieses Jubiläum ist willkommene Gelegenheit für zahlreiche Konzerte - insbesondere auf der berühmten und wohl klangschönsten romantischen Orgeln Mitteldeutschlands - der Merseburger Ladegastorgel.

Der berühmte Urwaldarzt Albert Schweitzer hielt "Ladegast für den bedeutendsten Orgelbauer Deutschlands nach Silbermann...". Die Bedeutung der Merseburger Orgel für die Konzertlandschaft ist unbestritten. Insbesondere bei den jährlich im September stattfindenden Merseburger Orgeltagen kann man sie in ihrer vollen Schönheit erklingen hören.

Mehr über die Ladegastorgel und ihre Geschichte
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